Drucksteif , adj. [ˈdʁʊkʃtaɪf̯] Etymologie: Kreuzung aus druckreif (fehlerfrei formuliert, sofort zitierfähig) und steif (unbeweglich, erstarrt) — sprachlich ein Betriebsunfall, sachlich eine Beobachtung. Bedeutung: Zustand eines Sprechers, dessen Sätze zwar keiner Korrektur mehr bedürfen, aber auch keiner Regung. Der Drucksteife hat die Antwort nicht gefunden, sondern einlaminiert. Jede Pressekonferenz, jedes Interview, jede Talkshow-Runde bestätigt: unter Druck steif zu werden ist keine Schwäche mehr, sondern Ausbildungsziel. Abzugrenzen von: Lampenfieber (das vergeht), Schlagfertigkeit (die reagiert), Ehrlichkeit (die riskiert). Der Drucksteife riskiert nichts — er hat den Satz schon vor der Frage fertig gehabt. Beispiel: „Der Minister blieb auf jede Nachfrage drucksteif" — heißt: er hat geantwortet, ohne zu antworten, und alle Anwesenden konnten es sich notieren, ohne etwas zu erfahren. Merksatz: Wer druckreif spricht, hat nachge...