Mutbürger
Der Mutbürger ist die notwendige, dialektische Antwort auf die Lähmung durch den Gutbürger und die Blindheit des Wutbürgers . Während der Gutbürger in der moralischen Selbstvergewisserung erstarrt und das System durch bloßes „Richtigmeinen“ stabilisiert, und der Wutbürger seine Energie in der reinen Destruktion und im Ressentiment verzehrt, zeichnet sich der Mutbürger durch eine konstruktive Unbequemlichkeit aus. Handeln statt Haltung: Der Mutbürger ersetzt das wohlfeile „Haltung zeigen“ (das Markenzeichen des Gutbürgers) durch das riskante „Handeln“. Er weiß, dass wahre Veränderung nicht im Applaus der eigenen Blase entsteht, sondern dort, wo es persönlich etwas kostet – sei es Reputation, Bequemlichkeit oder soziale Deckung. Vernunft mit Rückgrat: Im Gegensatz zum Wutbürger agiert der Mutbürger nicht aus dem Affekt. Er ist kein Sklave seines Zorns. Sein Widerstand ist präzise, intellektuell...