Best of Q2 2026
Best of Q2 2026
81 Einträge, ein Vierteljahr, zwölf, die bleiben.
Zwischen April und Juni wurde viel behauptet, umgedeutet, zusammengesetzt und wieder auseinandergenommen. Deutschland flog raus, Merkel bekam ein Porträt, das Netz einen Vorschlaghammer, und die Sprache — wie immer — den Rest ab. Hier die zwölf Texte aus dem zweiten Quartal, die den Claude-Filter überlebt haben.
April — der Monat der stillen Klingen
Hippe-Langstrom-Theorie (9.4.) Die Energiewende im Verhör. Frage folgt auf Frage, bis die Antwort selbst zum Verdächtigen wird.
Reforik (10.4.) "Reforik ist die Kunst, Bewegung zu behaupten, ohne sich vom Fleck zu lösen." Ein Satz, der reicht.
Wortspielflucht (3.4.) Die Sucht schreibt über die Sucht. Selten so ehrlich unehrlich.
Mai — der Monat der langen Ketten
Bedingungsloses Grundverkommen (27.5.) Wenn selbst der Verfall noch als Fortschritt beantragt wird.
Hütchenspieler (8.5.) Eine Wortspielkette, die sich im Kreis dreht — und dabei nie den Boden verliert.
DictionAIry AIxtension (4.5.) Mehrere KIs an einem Tisch, ein Neologismus als Verhandlungsmasse. Die Werkstatt bleibt sichtbar.
Juni — der Monat, in dem alles gleichzeitig passierte
Paketsendungsbewusstsein (1.6.) Der DHL-Bote als Priester. Ein Kniff, der eigentlich nicht funktionieren dürfte — und genau deshalb funktioniert.
Fernsendungsbewusstsein (2.6.) Das Pendant dazu, eine Nummer schärfer. Vermutlich der stärkste Volltext des Quartals.
Offenheiten (2.6.) Technologieoffenheit, Weltoffenheit, Betroffenheit, Besoffenheit — vier Strophen, eine Pointe, die sitzt.
Miederbayer (12.6.) Biedermeier trifft Niederbayer. Lokal verankert, literarisch geerdet.
Endzeitstimmung (29.6.) "Endzeit ist immer Stimmung, selten Tatsache." Lexikonform bis zur letzten Zeile durchgehalten.
Sommernachtstrauma (30.6.) Shakespeare zum WM-Aus gegen Paraguay. Formal das Ambitionierteste im ganzen Zeitraum — und der passende Schlusspunkt.
Ehrenvoll durchgefallen: Massenblockade, Ewige Grünwisserei, Thielanthrop, Meinungsfrechheit, Parallelnebel, Treppenwitz, DeutschlandKulturRadio, Untäter.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen