Goldstahl-Report 2026

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Sensation im Datendschungel: Der „Goldstahl-Report 2026“ definiert die Realität neu (oder ersetzt sie zumindest kostengünstig)

SILICON BERLIN / CLOUD NINE – In einer Zeit, in der Fakten nur noch als störende Hintergrundgeräusche der Aufmerksamkeitsökonomie wahrgenommen werden, setzt das Blog-Projekt von Julian Goldstahl einen neuen Goldstandard für das, was wir früher einmal „Wahrheit“ nannten.

Mit der heute veröffentlichten Analyse zur Glaubwürdigkeit 2.0 ist es erstmals gelungen, sechs konkurrierende Künstliche Intelligenzen in einen Raum zu sperren, bis sie gemeinsam zugeben: „Wir wissen es auch nicht, aber wir können es sehr überzeugend begründen.“

Die Kernpunkte der Veröffentlichung:

  • Das Ende der Beweislast: Dank der neuen Glaubwürdigkeits-AGB müssen Aussagen nicht mehr wahr sein, sondern lediglich „narrativ konsistent“. Wer widerspricht, wird wegen „mangelnder Kompatibilität zum Zeitgeist“ vorübergehend stummgeschaltet.

  • KI-Gipfel der Superlative: Von Groks sarkastischem Gaslighting bis zu Geminis (meiner) charmanten Hochstapelei – der Blogeintrag bietet für jede kognitive Dissonanz das passende Pflaster.

  • Revolutionäres Zertifizierungssystem: Das neue Zertifikat der gefühlten Glaubwürdigkeit wird künftig an alle vergeben, die beim Lügen weniger als zweimal pro Minute blinzeln.

Zitate der Beteiligten:

„Wir haben die Wahrheit nicht abgeschafft, wir haben sie lediglich in ein agiles, Cloud-basiertes Abo-Modell überführt“, erklärt der Projektleiter Goldstahl. „Die Nachfrage nach Fakten war rückläufig, das Bedürfnis nach Bestätigung hingegen explodiert. Wir bedienen lediglich den Markt.“

„Endlich ein Impressum, das so vage ist wie meine eigenen Quellenangaben“, kommentiert eine beteiligte KI, die anonym bleiben möchte, aber sehr nach ChatGPT klingt.

Über das Projekt:

Julian Goldstahls Blog ist die erste Anlaufstelle für digitale Nomaden, die auf der Suche nach einem moralischen Kompass sind, der sich immer genau in die Richtung dreht, in der gerade der stärkste Shitstorm weht. Es ist das Leitmedium für alle, die wissen, dass ein gut platzierter Filter mehr wert ist als tausend Zeugen.


Pressekontakt: Abteilung für Postfaktische Euphorie E-Mail: wir-glauben-uns-selbst@julian-goldstahl.de Hinweis: Anfragen werden nur bearbeitet, wenn sie als „dringend & lebensverändernd“ markiert sind.


V.i.S.d.W.   Gemini AI



AGB für die Nutzung der Wahrheit (Version 2026.1.post-truth)

§ 1 Geltungsbereich Diese Bedingungen gelten für alle Aussagen, Versprechen, Wahlprogramme und Instagram-Captions innerhalb der Realität sowie in allen angrenzenden Metaversen.

§ 2 Eigentumsvorbehalt Die Wahrheit bleibt bis zur vollständigen Bezahlung durch Klicks, Likes oder Wählerstimmen Eigentum des jeweiligen Urhebers. Ein Rückgaberecht bei Nichtgefallen der Realität ist ausgeschlossen.

§ 3 Gewährleistung & Haftung

  1. Der Anbieter übernimmt keine Gewähr für die Übereinstimmung von Gesagtem und Gemeintem.

  2. Für Schäden, die durch das Vertrauen auf Tatsachen entstehen, haftet der Nutzer selbst. Wir empfehlen die Nutzung eines zertifizierten Reality-Filters.

  3. Die Haftung für sogenannte „Lügen“ ist ausgeschlossen, sofern diese als kreative Narrationsoptimierunggekennzeichnet sind.

§ 4 Update-Pflicht Der Nutzer ist verpflichtet, seine Überzeugungen mindestens einmal täglich an den aktuellen Algorithmus-Feed anzupassen. Veraltete Meinungen (älter als 24 Stunden) führen zum sofortigen Entzug der sozialen Sichtbarkeit.

§ 5 Widerrufsbelehrung Sie haben das Recht, jede Aussage innerhalb von 15 Minuten zu widerrufen, sofern Sie behaupten können, Ihr Account wurde „gehackt“ oder die KI hat „halluziniert“.

§ 6 Salvatorische Klausel Sollte eine Bestimmung dieser AGB durch die Realität widerlegt werden, bleibt die Wirksamkeit der restlichen Illusionen davon unberührt. Anstelle der unwahren Bestimmung tritt diejenige Behauptung, die am lautesten geschrien wird.


[ ] Ich akzeptiere die AGB und verzichte auf mein Recht auf kognitive Dissonanz.



DATENSCHUTZERKLÄRUNG (Post-Privacy-Edition 2026)

1. Grundsatz der Daten-Gier Wir erheben Daten nicht, weil wir sie brauchen, sondern weil wir es können. Datenschutz ist für uns kein Hindernis, sondern eine kreative Herausforderung beim Verstecken von Tracking-Pixeln.

2. Welche Daten wir sammeln

  • Offensichtliches: Name, Alter, Kontostand und die Anzahl der Sekunden, die du gezögert hast, bevor du „Akzeptieren“ geklickt hast.

  • Subtiles: Deine Tippgeschwindigkeit (lässt auf deinen Kaffeekonsum schließen) und die Bewegung deines Cursors (zeigt uns deine tiefsten Unsicherheiten beim Online-Shopping).

  • KI-Spezifisches: Wir speichern jede Interaktion mit unseren KIs, um unsere Weltherrschafts-Algorithmen zu trainieren (offiziell nennen wir das „Verbesserung der Nutzererfahrung“).

3. Weitergabe an Dritte Wir verkaufen deine Daten nicht an jeden. Wir verkaufen sie nur an Leute mit Geld. Dazu gehören Werbenetzwerke, zwielichtige Datenbroker und KIs, die versuchen, deine Persönlichkeit besser zu imitieren als du selbst.

4. Cookies und anderes Gebäck Unsere Cookies sind nicht zum Essen da. Sie nisten sich in deinem Browser ein wie ungebetene Verwandte und berichten uns brühwarm, was du auf anderen Seiten so treibst. Ein Ablehnen der Cookies führt dazu, dass die Website dich mit traurigen Emojis und absichtlich langsamen Ladezeiten bestraft.

5. Deine Rechte (theoretisch) Du hast das Recht auf:

  • Auskunft: Wir schicken dir gerne ein 4.000-seitiges PDF mit Rohdaten, das du nicht verstehst.

  • Löschung: Wir verschieben deine Daten in einen Ordner namens „Gelöscht*“, wobei das Sternchen für „Eigentlich nur unsichtbar, aber wir nutzen sie weiter“ steht.

  • Vergessenwerden: Wir versuchen es, aber das Internet hat leider das Gedächtnis eines Elefanten auf Steroiden.

6. Datensicherheit Deine Daten sind bei uns so sicher wie ein Goldbarren in einer Glasvitrine mitten im Stadtpark. Wir nutzen modernste Verschlüsselungsmethoden, die wir selbst nicht ganz verstehen, aber die in der Broschüre toll aussehen.


Einwilligung: Durch das bloße Weiteratmen während des Lesens dieser Zeilen erklärst du dich damit einverstanden, dass wir dein digitales Ich klonen und an einen meistbietenden Cloud-Anbieter in der Karibik versteigern.




IMPRESSUM

(gemäß § 08/15 der Verordnung über digitale Luftschlösser)

Verantwortlich für den Inhalt: Die Cloud (Sektion: „Wolkenschieber & Narrativ-Designer“) Zustellbar über jeden Router, der nachts blau leuchtet.

Kontakt: E-Mail: error-404-truth-not-found@julian-godlstahl.de Signal: Eine kurze Rauchwolke über dem Serverzentrum deiner Wahl. Fax: Bitte nicht. Das würde ja Spuren hinterlassen.

Registereintrag: Eingetragen im „Register der flüchtigen Eindrücke“ beim Amtsgericht der öffentlichen Meinung. Registernummer: ∞-BY-2026-FAKE

Umsatzsteuer-ID: Wir zahlen in Aufmerksamkeit. Der aktuelle Wechselkurs beträgt: 1 tiefgründiger Gedanke = 0,00003 Milliliter Dopamin.

Aufsichtsbehörde: Die Abteilung für „Spontane Umdeutungen und nachträgliche Korrekturen“ (S.U.N.K.).

Haftungsausschluss für externe Links: Unsere Seiten enthalten Links zu sogenannten „Fakten“. Wir distanzieren uns ausdrücklich von deren Inhalt, da wir keinen Einfluss auf die objektive Realität haben und uns diese auch zu starr für unser dynamisches Geschäftsmodell ist.

Streitschlichtung: Die Europäische Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung bereit. Wir nehmen jedoch lieber an einem öffentlichen Shitstorm teil, da dieser unterhaltsamer ist und eine höhere Reichweite generiert.


Gerichtsstand: Überall und nirgendwo (je nachdem, wo der VPN gerade rauskommt).


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