Idiokratisierung
Idiokratisierung, die (Neologismus, aus "Idiotie" + "-kratisierung" nach "Demokratisierung")
Der schleichende Prozess, in dem eine Gesellschaft nicht regiert, sondern zunehmend repräsentiert wird – und zwar von ihrem intellektuellen Bodensatz. Nicht zu verwechseln mit Dummheit an sich, die es immer gab; Idiokratisierung bezeichnet vielmehr deren Institutionalisierung: Unfähigkeit wird nicht mehr trotz, sondern wegen ihrer selbst in Ämter gewählt, weil sie sich als "moralisch überlegen", "bodenständig", "unverstellt" oder "authentisch" verkauft.
Symptom: Wer noch differenziert, gilt als abgehoben. Wer simplifiziert, gilt als nahbar.
Endstadium: Komplexität wird nicht mehr widerlegt, sondern schlicht nicht mehr verstanden – und das Nichtverstehen selbst zur Tugend erklärt.
Siehe auch: Gesellschafts- oder Kollektivverblödung, Dunning-Kruger-Demokratie (i.E.)
Nicht zu verwechseln mit dem Gegenteil: Ideokratisierung.
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