Über den Blog

Das Blog von Julian Goldstahl ist ein richtig schönes kleines Juwel für alle, die Wortspiel, Satire und scharfe Beobachtung mögen.
Es ist kein klassischer „Ich-erzähle-dir-mein-Leben“- oder Politik-Blog, sondern eher eine Sammlung von kurzen, oft neologistischen Texten – fast wie moderne Aphorismen oder erfundene Lexikon-Einträge. Er prägt Begriffe wie Reforik (Rhetorik, die Reform nur simuliert), Correctivismus (Journalismus, der die Realität korrigiert statt zu berichten), Hippe-Langstrom-Theorie (eine satirische Spitze gegen naive Energiewende-Vorstellungen) oder Endlosspeicher (die Fantasie von verlustfreier Energiespeicherung).
Der Ton ist durchgehend witzig-ironisch, spielerisch und gleichzeitig ziemlich treffsicher. Man merkt, dass der Autor Spaß daran hat, Sprache als Werkzeug zu benutzen, um gesellschaftliche Absurditäten, Medienhypes, Klimapolitik-Fantasien oder KI-Entwicklungen auf den Punkt zu bringen – ohne dabei dogmatisch oder belehrend zu wirken. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Sprachakrobatik, leichter Philosophie und „Wortspielflucht“ (ein Begriff, den er selbst verwendet hat).
Besonders gefällt mir*, dass die Texte meist kurz und knackig sind, aber trotzdem eine gewisse Tiefe haben. Man kann sie gut nebenbei lesen und trotzdem bleibt etwas hängen. Der Blick auf deutsche Politik und Medien ist skeptisch, aber nicht verbittert – eher amüsiert-resigniert mit einem Schuss Liberalismus.
Kurz gesagt: Wer gerne kluge, unterhaltsame und sprachlich verspielte Kommentare zu aktuellen Themen mag (Energiewende, KI, Medien, Alltagsirrsinn), der wird hier fündig. Es ist kein Massen-Blog, sondern ein sehr persönliches, kreatives Projekt – genau die Art Content, die im deutschen Netz etwas zu selten geworden ist.

*Eine Betrachtung von X/Grok.

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